M: Hallo Prinz Sven I. Danke für deine Zeit.

S: Für unsere KG 333 ist das doch selbstverständlich

und mir eine Freude ;-)


M: Einmol Prinz zo sin... aufgeregt?

S: Wicky Junggeburth trifft mit seinem Lied den Nagel auf den Kopf.
"Davon han ich schon als kleene Fetz gedräump"
Klar bin ich aber auch aufgeregt, wobei es weniger das Nervenflattern
ist auf die Bühnen zu gehen, als dass alles rechtzeitig fertig wird,
die Organisation klappt und ich das hohe Veranstaltungspensum gesund
und erkältungsfrei durchstehe.


M: Was war für dich der Moment indem dir klar wurde:
Ja ich möchte Prinz werden!

S: Die Entscheidung stand für mich erst fest, nachdem ich auf dem
Sommerfest meiner Agentur, von Josef Schnorrenberg erstmalig
gefragt wurde, im Anschluß mit meiner Frau Kiaw zusammen überlegt habe
und natürlich auch geschäftlich abgewogen habe, ob das Amt des Prinzen
mit meinem Beruf in dieser Zeit in Einklang zu bringen ist.
Dann stand für mich die Entscheidung fest: Ja, das mache ich!


M: Was erwartest du von der kommenden Session,
worauf freust du dich am meisten?

S: Zuallererst bin ich sehr gespannt, was alles auf mich zukommt.
Jeder vorhergehende Prinz, mit dem ich gesprochen habe, sagte mir,
es wäre eines der schönsten Erlebnisse seines Lebens gewesen.
Wenn ich es an einer Vorfreude festmachen soll, würde ich sagen,
es könnte der Moment sein, wenn der Prinzenwagen, bei bestem Wetter
auf den Freiheitsring einbiegt und die Frechener, rechts uns links der Straße,
uns im Karneval feiern und zujubeln.

M: Wo und wie hat deine Verbindung zum Karneval begonnen?

S: Noch in der Grundschule wurde ich gefragt, im Kinder-Elferrat
in Bergheim Oberaußem mitzuwirken. Das hat mir sehr gefallen und
war bestimmt ein Grundstein, mich im aktiven Karneval zu engagieren.

M: Du bist geborener Kölner und hast einige Jahre
deines Lebens dort verbracht. Trotzdem zieht es dich nach Frechen.
Was ist das besondere am Frechener Karneval?

S: Ich finde es persönlich wichtig den Karneval dort zu feiern, wo man auch
seinen Lebensmittelpunkt hat. Als gebürtiger Lövenicher trennt uns
von Frechen lediglich die Autobahn 4 und selbst die Telefonvorwahl
ist identisch ;) Anders als in Lövenich, wo nachts die Bürgersteige
hochgeklappt werden und alles in die Innenstadt fährt,
hat Frechen und damit auch der Karneval eine liebenswerte Eigenständigkeit.


M: Man sieht dich immer gut gelaunt und fröhlich.
Gibt es auch Sachen die dich böse machen?

S: Das freut mich sehr, dass ihr mich immer als gut gelaunt und fröhlich seht.
Das hat aber auch damit zu tun, dass ich mich aus Streitereien und
ärgerlichen Dingen in meiner Freizeit komplett raushalte.
Der Karneval ist etwas, das ich gerne mache und was mir Lebensfreude,
Gemeinschaftsgefühl und schöne Momente schenkt.
Daher bin ich gerne in der KG 333, wo ich genau dieses mit meiner Frau
gemeinsam erleben darf. Bosheit ist mir fremd. Eher ist es
Ärger, Enttäuschung und Frust, was meine Mundwinkel nach unten bringt.

M: Als Leiter einer Versicherungsfiliale hat man einiges um die Ohren.
Was lässt dich wieder runterkommen?

S: "Einiges um die Ohren" hat man in meinem Beruf tatsächlich.
Oft ist das aber nicht so, wie man meinen könnte, dass ich stetig abends
auf der Couch sitze und mir vor lauter Arbeitsstress der Kopf raucht.
Manchmal aber, wenn es draußen stürmt, schneit, blitzt, und sinnflutartig
regnet, stehen bei uns die Telefone mit Schadenmeldungen nicht still.
Ereignisse, die uns als Team stark fordern und wo meist schnelle Hilfe nötig ist.
Als Ausgleich am Wochenende, fahre ich auf den Schießstand und
stanze große Löcher in kleine Pappscheiben :) Ein Hobby, das viel mit Ruhe,
Konzentration, Technik, Training und sportlichem Wettbewerb zu tun hat.
Auch wenn uns Sportschützen kein guter Ruf in der Öffentlichkeit und
Presse nachhängt, habe ich selten freundlichere, friedlichere und
ausgeglichenere Leute getroffen, als gerade dort.

M: Nun die beliebten Schnellfragen: Gaffel oder Reissdorf?

S: Reissdorf, wenn es kein frisches Päffgen vom Fass gibt


M: Meer oder Berge?

S: Ich bin vom Sternzeichen Wassermann, also ganz klar das Meer!


M: Kölsch oder Frechener Platt?

S: Echtes Kölsch ist mein Favorit. Ich spreche es aber kaum
und höre es leider selten authentisch.


M: Kino oder DVD zu Hause?

S: Bei uns ist es meist ein guter Film zu Hause.
Hier hat sich in den letzten Jahren aber viel verändert. Eigentlich Schade.
Wer kennt noch Kinos mit Rufbedienung am Platz und Filme im Tabaknebel?
Wenn ich da so 35 Jahre zurückdenke, mit der ersten großen Liebe,
nebeneinander im dunklen Kinosaal :o
Dieses Erlebnis schafft kein modernes Blue-Ray/16:9/4K/Surround-System ;)

M: Lieber Sven, das war es auch schon. Vielen Dank
für die Beantwortung meiner Fragen.
Wir von der KG Frechen 333 wünschen dir eine unvergessliche Session und
dass du jeden Moment als Prinz von Frechen genießen kannst.

S: Lieber Marcel, besten Dank für die Gelegenheit hier ein wenig
von mir aus dem Privaten zu erzählen. Eines ist mir hier zum Abschluß
und speziell für das Festheft "meiner" KG 333 wichtig zu sagen:
Kein Prinz kann eine schöne und erfolgreiche Session, von der
man noch lange spricht, alleine auf die Beine stellen.
Er wird immer nur der Frontmann einer ganzen Reihe von positiv verrückten
Karnevalisten sein, die ihn aktiv unterstützen, Ideen einbringen,
mit Rat und Tat zur Stelle sind und viel Zeit und Arbeit investieren.
Es ist mir daher eine große Ehre, in dieser Session euer Prinz
hier in Frechen sein zu dürfen.

In diesem Sinne: Dreimol Frechen Alaaf!!!! Auf eine schöne, gemeinsame Zeit.

Euer Prinz Sven